„Wort vom (Pfingst)Sonntag“

Pfingsten ist Kirchen-Geburtstag.
Deswegen stand neben dem Altar ein großer Luftballon-Blumenstrauß.
Jedes Kind durfte sich eine Blume nehmen.
Und da der Strauß bei weitem zu klein war,
knotete Bernd nach dem Gottesdienst noch viele Blumen.

Das Motto der Predigt:
Ohne die Kraft des Heiligen Geistes
ist das Leben als Christ furchtbar anstrengend.

Tradition
ist die Weitergabe des Feuers,
nicht die Anbetung der Asche.
Gustav Mahler
(Diese Weisheit wird in verschiedenen Versionen
verschiedenen Persönlichkeiten zugeschrieben.)
Als kostenlose E-Card von Eva Jung
(allerdings mit einem Motiv zu einem anderen Kirchengeburtstagsfest)
gibt es diesen Spruch unter
www.godnews.de/ecards/tradition.php

Das Feuer ist eines der Bilder für den Heiligen Geist,
ein Bild für die gesunde Leidenschaft,

die Christen seit Pfingsten prägt,
wenn sie dem heiligen Geist Raum geben
– genauso weit entfernt vom Fanatismus
wie vom Strohfeuer oberflächlicher Begeisterung,
das Jesus beschreibt:
Auf felsigen Boden ist der Same bei dem gefallen,
der das Wort vom Reich Gottes hört
und sofort mit Freude aufnimmt,
aber keine Wurzeln hat, sondern wetterwendisch ist.
Wenn er aber wegen des Wortes unter Druck gerät oder gar verfolgt wird,
nimmt er sofort Anstoß.

Wir haben auch das klassische Pfingstkirchenlied gesungen:

O komm, Du Geist der Wahrheit,
und kehre bei uns ein,
(vom Liedermacher Manfred Siebald abgewandelt:
O komm, Du Geist der Wahrheit,
und kehre bei uns aus …)
verbreite Licht und Klarheit,
verbanne Trug und Schein.
Gieß aus Dein heilig Feuer,
rühr Herz und Lippen an

Gib uns in dieser schlaffen
und glaubensarmen Zeit
die scharf geschliffnen Waffen
der ersten Christenheit.
Unglaub und Torheit brüsten
sich frecher jetzt als je …

Das hat Philipp Spitta vor 180 Jahren geschrieben.

Alles neu macht der Mai!?

Gedanken aus der Predigt und zur Predigt am Sonntag vor Pfingsten

Der Predigttext: Ein prophetisches Wort Jeremias (31)
So spricht Gott:
„Es kommt die Zeit, in der ich mit dem Volk Israel … einen neuen Bund schließe.
Er ist nicht mit dem zu vergleichen, den ich damals mit ihren Vorfahren schloss,
als ich sie mit starker Hand aus Ägypten befreite.
Diesen Bund haben sie gebrochen, obwohl ich doch ihr Herr war!
Der neue Bund mit dem Volk Israel wird ganz anders aussehen:
Ich schreibe mein Gesetz in ihr Herz,
es soll ihr ganzes Denken und Handeln bestimmen.
Ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein.
Niemand muss dann den anderen noch belehren,
keiner braucht seinem Bruder mehr zu sagen: ‚Erkenne doch Gott!‘
Denn alle – vom Kleinsten bis zum Größten – werden erkennen, wer ich bin.
Ich vergebe ihnen ihre Schuld und denke nicht mehr an ihre Sünden.
Mein Wort gilt!

Jesus beschreibt das Problem,
dessen Lösung Gott durch Jeremia in Aussicht stellt,
kurz und knapp:

von innen aus dem Herzen der Menschen kommen die bösen Gedanken heraus:
Unzucht (griechisch: porneia), Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Zügellosigkeit, neidischer Blick, Blasphemie, Überheblichkeit, Unvernunft.
Dabei müssen wir Jesu Interpretation aus der Bergpredigt bedenken.

Wir können zum Beispiel Ehebruch auch im Herzen begehen.

So kündigt das sogenannte Alte Testament das Neue an.
Und das sogenannte Neue Testament
diagnostiziert das alte, zentrale Problem der Menschheit:
den nicht erneuerten Menschen.
Diese Analyse und Lösung des Problems
sind heute im Mainstream revolutionärer denn je.

Doch – Ihr erinnert Euch sicher an das Lied –
alle, die Gott vertrauen, werden Gottes Kinder sein.
Gott schenkt seinen Kindern ein neues Potential.

Bernd erzählte ein Gleichnis von einem Adler,
der als Junges aus dem Nest gefallen  war.
Ein Bauer fand ihn und ließ ihn bei seinen Hühnern aufwachsen. Eines Tages kam ein Freund zu Besuch und wunderte sich über den Adler, der sich wie ein Huhn verhielt. „Du musst ihn fliegen lassen“, sagte er zu dem Bauern. Der Bauer sagte: „Er fliegt nicht, denn er hält sich für ein Huhn. Aber Du kannst es gerne versuchen.“ Der Freund gab nicht auf. Nach mehreren vergeblichen Versuchen stieg er mit dem Adler auf einen Berg. Zuerst schaute der Adler verzweifelt nach seinem gewohnten Hühnerhof aus. Doch selbst mit seinen Adleraugen konnte er ihn nicht erspähen. Dann sah er die Sonne, breitete seine Flügel aus und flog der Sonne entgegen.

Auch als Gottes Kinder mit dem neuen Potential
brauchen wir jeden Tag den Perspektivwechsel
von der Hackordnung zur Sonne.