Diese Woche: Rudolf Sanders ist wieder da!

Alle, die schon einmal da waren, bestätigen:
„Der weiteste Weg lohnt sich!“

Überlebenstraining für Eltern
und
Krieg und Frieden in Ehe und Familie 

Dienstag, 31. Juli 20.00 Uhr im Kirchenzelt
Häufige Erziehungsfehler und die Alternativen

Donnerstag, 2. August 20.00 Uhr im Kirchenzelt
Umgang mit kindlichem Problemverhalten

Freitag, 3. August 20.00 Uhr im Kirchenzelt
Von Krieg und Frieden in Ehe und Familie

Kinderbetreuung möglich

Plakat Abende mit Rudolf Sanders

Mehr über Dr. Rudolf Sanders und Ehe und Familie
http://www.partnerschule.de

 

Wort vom Sonntag – eine Predigt über die Sehnsucht

Sie haben sich gefunden
– ein Bild der (gestillten) Sehnsucht.

Endstation Sehnsucht?
Endstation Sehnsucht ist der bekannt gewordene Titel
eines weniger bekannten Schauspiels von Tennessee Williams.
Endstation Sehnsucht ist wie „Der Weg ist das Ziel“
Ausdruck für die Hoffnungslosigkeit der Postmoderne.

Endstation Sehnsucht?
Zwischenstation Sehnsucht!

„Die Sehnsucht gibt dem Herzen Tiefe.” (Augustin)
Sehnsucht ist also ein wichtiges Element in unserem Leben.
Wer Sehnsucht nicht kennt, wer nicht mehr offen und aufbruchbereit ist,
lebt flach und oberflächlich.
Nur wo Menschen noch auf Größeres und Weiteres, Höheres und Tieferes aus sind,
bleibt das Leben lebendig.

Ich glaube: Nur wenn wir noch auf Vollkommenes warten,
nur wenn wir als Menschen noch mit Gott rechnen,
bleiben die Tage spannend und bleibt das Leben dynamisch.
Die Sehnsucht, die im Menschen wohnt und ihn wach und in Bewegung hält,
ist im Kern die Sehnsucht nach Gott und seiner grenzenlosen Liebe.
Nur in Gott ist die Erfüllung so stark wie die Sehnsucht.
Nur in ihm finden wir Ruhe und Geborgenheit, wonach unser Innerstes schreit.

Kann es sein, dass dieses Wissen verlorengegangen ist?
Geht unsere Sehnsucht in die richtige Richtung?
Das scheint ein altes Problem zu sein,

denn schon der antike Philosoph Epiktet schrieb um 100 n. Chr.:
„Denn sie wollen das, was zu ihrem Glücke beiträgt,
aber sie suchen es, wo es nicht ist.“

Ein alter Witz charakterisiert das Problem treffend:

Ein Mann sucht nachts den Gehweg und die Gosse unter einer Straßenlaterne ab.
Ein Polizist kommt vorbei und fragt:
„Kann ich Ihnen helfen? Was suchen Sie denn?“
„Meinen Hausschlüssel.
Ich wollte die Haustüre aufschließen, dabei ist er mir aus der Hand gefallen.“
„Aber hier ist doch keine Haustüre.“
„Aber hier ist die Laterne. Im Dunkeln finde ich den Schlüssel nicht.“

Eine Dichterin des 19. Jahrhunderts schrieb:

Ich bin durch die Welt gegangen,           und die Welt ist schön und groß,
und doch ziehet mein Verlangen            mich weit von der Erde los.

Ich habe die Menschen gesehen,           und sie suchen spät und früh,
sie schaffen, sie kommen und gehen,   und ihr Leben ist Arbeit und Müh.

Sie suchen, was sie nicht finden            in Liebe und Ehre und Glück,
und sie kommen belastet mit Sünden    und unbefriedigt zurück.

Bernd erzählte ein jüdisches Märchen:

Füchse mögen bekanntlich ums Leben gern Weintrauben.

Ein Fuchs stößt zur Erntezeit auf einen Weinberg mit köstlichen Früchten. Doch der Weinberg ist bestens eingezäunt. Nur ein kleines Loch im Zaun entdeckt der Fuchs. Er versucht sich hindurchzuzwängen, schafft es aber nicht. So beschließt er, ein paar Tage Nulldiät zu machen. Mit Erfolg – danach kann er durch den Zaun schlüpfen. Und dann schlemmt er so lange, bis er beim besten Willen nichts mehr fressen kann. Jetzt flugs wieder hinaus, bevor der Winzer ihn entdeckt und erschlägt. Natürlich muss er feststellen, dass er wieder nicht durch das Loch passt. Er muss sich ein paar Tage verstecken und inmitten herrlicher Weintrauben hungern, bis er wieder hinaus kann. Und dann ist er wieder auf der einen Seite des Zaunes, und die Trauben sind auf der anderen.

So ist es wohl auch mit dieser Welt,
in die wir nackt eintreten und die wir auch wieder verlassen,
ohne etwas mitnehmen zu können!
Vgl. 1.Timotheus 6,7

So ist es wohl auch mit den Weinbergen
des irdischen Reichtums, der irdischen Macht und des irdischen Ruhms.
Sie sind so verlockend und scheinen so herrlich.
Aber man hat von ihnen keinen „nachhaltigen“ Nutzen.
Denn abgemagert und unerfüllt muss man sie wieder verlassen!
Vgl. Prediger 6,7

Im Weinberg dieser Welt ist letztlich alles vergeblich.
Nichts bringt die letzte Erfüllung unseres Lebens.
Nichts stillt auf immer die Sehnsucht unseres Herzens.
Gejagt und abgemagert müssen wir die Weinberge dieser Welt wieder verlassen.

Ganz anders ist es im Weinberg Gottes.

Dort wird die tiefste Sehnsucht gestillt,
der Lebenshunger wird befriedigt,
und der Durst nach Liebe und Geborgenheit kommt zur Ruhe.

Wenn das geklärt ist,
sind auch die Sehnsucht nach einem anderen Menschen,
die Suche nach Glück und Erfüllung  etwas, das unser Leben bereichert.
Wenn die tiefe Sehnsucht nach Gott gestillt ist, weil wir ihn gefunden haben,
werden wir uns und die Menschen, denen unsere Sehnsucht gilt, nicht überfordern.

Der Predigttext?:

Psalm 63, ein Gebet Davids auf der Flucht

Gott! Du bist mein Gott!
Ich sehne mich nach dir, dich brauche ich!
Wie eine dürre Steppe nach Regen lechzt,
so dürste ich, o Gott, nach dir.
Wo sonst finden wir den festen Halt für unser Leben?
An was können wir uns klammern, wenn alles andere im Leben wegbricht?
Ich klammere mich an dich,
und du hältst mich mit deiner starken Hand.

Des Menschen Sehnsucht nach Gott wird erwidert.
Mehr noch:
Bevor der Mensch sich nach Gott sehnte, sehnte Gott sich nach dem Menschen.

„Der Mensch ist die Sehnsucht Gottes.” (Augustin)