Wort vom Sonntag – Hilfe!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! – der 4.Schritt der Nächstenliebe und ein guter Schluss

Der Mensch brauchte erste Hilfe.
Aber erste Hilfe reicht oft nicht aus.
Mancher braucht – um das Modewort zu benutzen – nachhaltige Hilfe.
Dafür hatte der Samariter nicht die Zeit.
Aber er sorgte für nachhaltige Hilfe.

Und zum guten Schluss:
Ein Nebenprodukt der Nächstenliebe ist Freude.

Wort vom Sonntag – Der 3.Schritt der Nächstenliebe

Mitleid reichte nicht aus.
Der Mensch brauchte Hilfe.
Jetzt kommt der Konflikt:
Unsere Zeit, unser Geld, unsere Energie sind verplant – für Wichtiges.
Unter anderem für die Kirche.
Der Priester und der Chorleiter wechselten die Straßenseite.
Unseren Nächsten zu lieben wie uns selbst, heißt:
Der andere ist für uns genauso wichtig wie wir selbst.

Wenn wir in seiner Lage wären, wären die Prioritäten klar.

Also: Es geht um unsere Zeit, unser Geld, unsere Energie
– liebe deinen Nächsten wie dich selbst. .

Wort vom Sonntag – Der 2.Schritt der Nächstenliebe

2. Unseren Nächsten zu lieben wie uns selbst,
heißt uns in seine Lage zu versetzen.

Stellen wir uns vor, wir wären an seiner Stelle.
Dann wissen wir, was wir zu tun haben.
Empathie nennen wir das heute.
Da er ihn sah, jammerte ihn sein„,
heißt es in der Luther-Übersetzung über den Samariter.
Bernd meinte: Dafür gibt es keine bessere Übersetzung.
Der Samariter litt mit; er empfand Mitleid.

Die FAZ berichtete am 14. August über eine Untersuchung der Universität Groningen.
„Menschen haben eine empathische Grundhaltung“
„eine normale empathische Grundhaltung“
ist „die die Basis für moralisches Handeln“

Auch „Psychopathen besitzen … die Fähigkeit zur Empathie, …
aber sie müssen diese Fähigkeit willentlich aktivieren.“
(„Psychopathie ist eine Persönlichkeitsstörung. ….
Männer sind viermal häufiger betroffen als Frauen.
Zwillingsstudien zeigen, dass Vererbung eine Rolle spielt.
Wichtiger für das Auftreten der Störung ist allerdings, wie jemand aufwächst.“)

Also: 2. Versetzen wir uns in die Lage des anderen!

Wort vom Sonntag – Der barmherzige Samariter oder die Schritte der Nächstenliebe

Nachdem wir wegen unserer Reise leider einen Gottesdienst verpasst hatten,
folgte der Samariterin mit den Lebensabschnittspartnerschaften
der barmherzige Samariter.

Jesus erzählt die Geschichte
auf die Fangfrage eines Theologen
zur Illustration der Nächstenliebe.

Der Mensch ist für die Liebe geschaffen.
Wie er atmen, trinken, essen muss,
muss er geliebt werden und lieben,
wenn er nicht verkümmern soll.
Jesus lässt den Theologen aus der Thora zitieren:
Genauso wichtig, wie Gott zu lieben, ist es, unseren Nächsten zu lieben.
Wie?
Wie uns selbst, nicht mehr und nicht weniger.

Worauf es praktisch ankommt,
zeigte Bernd an dieser Geschichte in 4 Schritten auf:

1. Es kommt darauf an, dass wir den Menschen wahrnehmen, der uns braucht.
Das war auf dem Weg von Jerusalem nach Jericho einfach.
Der Überfallene war ebenso wenig zu übersehen wie seine Hilfsbedürftigkeit.
Auch der Priester und der Chorleiter sahen den Verletzten.
Jericho ist übrigens die tiefstgelegene Stadt der Erde
und liegt etwa 1000 m tiefer als Jerusalem.

Im Alltag ist der Mensch, der uns braucht, nicht immer so leicht zu erkennen.
Also: 1. Augen auf!

Wort vom Sonntag – Durst nach Leben (3)

Ohne Wasser
kein irdisches Leben,
ohne Wasser des Lebens
kein ewiges Leben.

Jesus nahm sich zwei Tage Zeit,
und die Menschen aus Sychar nahmen sich zwei Tage Zeit,
um die elementare Frage des Lebens zu klären:
Wie kann der Mensch seinen Lebensdurst stillen?

Die Welt ist voll von Sonderangeboten, die versprechen,
den Lebensdurst zu stillen.
Diese Ersatzbefriedigungen haben den gleichen Effekt wie Meerwasser.
Im Moment stillt es den Durst,
doch auf Dauer steigert es den Durst.
Der Mensch verdurstet früher oder später.

Ich habe kürzlich auf die Bastelreligionen hingewiesen.
> Wort vom Sonntag – Ich sehe was, was du nicht siehst (3)
Insbesondere unter den in den traditionellen Kirchen Aktiven gibt es eine hohe Affinität zu allen Formen von Spiritualität und Esoterik … – auch wenn deren Lehren den Glaubengrundsätzen der jeweiligen Konfession widersprechen. …
Die Daten unterstreichen, was seit den sechziger Jahren kaum zu übersehen ist: Der Markt der Religionen und Sinnstiftungen ist in Bewegung, theologische Lehrmeinungen spielen kaum eine Rolle, das autonome Subjekt bedient sich aus den unterschiedlichsten Traditionen und bastelt sich ein individuelles religiöses Weltbild.

Schließlich waren die Menschen aus Sychar
im Gegensatz zu den religiösen Meinungsführern in Israel 
davon überzeugt, „dass er wirklich der Retter der Welt ist.“

Wort vom Sonntag – Durst nach Leben (2)

Nach einer kleinen Pause,
in der wir unser zehntes Enkelkind in Freiburg begrüßt und Freunde besucht haben,
geht es weiter mit der spannenden Geschichte:

Das Gespräch Jesu mit der Samariterin ist eines der Gespräche,
die in den Berichten über das irdische Leben Jesu ausführlich wiedergegeben werden,
ein Lehrstück der Gesprächskunst, dessen Vielseitigkeit, wie Bernd sagte,
eine Predigtreihe erforderte.

Das Gespräch dreht sich um das Wasser,
um das irdische Wasser und um das Wasser des ewigen Lebens.
Jesus spricht die Frau auf ihr Ehe- und Familienleitbild an:
Lebensabschnittspartnerschaften oder serielle Monogamie, wie man das heute nennt.
Daraus ergibt sich ein Gespräch über Theologie.

Dass Jesus mit einer fremden Frau sprach,
war religiös und politisch nicht korrekt.
Und das war trotz römischer Herrschaft in Israel noch weitgehend identisch.
Auch im „christlichen Abendland“ gab es lange eine Staatsreligion.
Und der fundamentalistische Islam strebt sie bis heute an.
Die Folgen beherrschen immer wieder die Nachrichten.
Und, wie gesagt, religiös und politisch korrekt war es,
sich von den Samaritern zu distanzieren.

Jesus, der den Menschen wie kein anderer kennt,
orientierte sich selbstverständlich nicht
an einer für den Menschen auf Dauer schädlichen „gesellschaftlichen Wirklichkeit“.
Für ihn war nicht maßgeblich, was politisch und religiös korrekt war,
sondern was für den Menschen und die Gesellschaft zeitlos gut ist.
Darüber ließ er die Menschen nicht im Unklaren.
Die Frau war von Jesus so beeindruckt,
dass sie die Menschen aus dem Ort zusammentrommelte.
Diese baten ihn, nicht gleich weiter zu ziehen.
So blieb er zwei Tage in diesem Niemandsland für die Juden.

Wort vom Sonntag – Durst nach Leben

Thema des Gottesdienstes war die Begegnung Jesu mit der Samariterin
am Brunnen, den Jakob, der Stammvater Israels gegraben hatte.
(Nachzulesen im Evangelium nach Johannes (4, 1-42)

Jesus war wieder einmal unterwegs
zwischen den jüdischen Provinzen Judäa im Süden und Galiläa im Norden.
Dazwischen lag Samaria.

Die Juden wollten, wie es in dieser Geschichte heißt,
mit den andersgläubigen Samaritern nichts zu tun haben.
Bei uns hingegen genießen die Samariter einen sprichwörtlich guten Ruf,
was auf Jesu Geschichte vom barmherzigen Samariter zurückgeht.
Mit dieser Geschichte veranschaulichte Jesus das Gebot der „christlichen“ Nächstenliebe.
Er zitierte das Gebot der Nächstenliebe aus der Thora.
Die „christliche“ Nächstenliebe ist also nicht originell christlich,
sondern ursprünglich die israelische Nächstenliebe.
Die Geschichte vom barmherzigen Samariter war eine Provokation Jesu,
denn es ist die Geschichte
vom unbarmherzigen Priester und vom unbarmherzigen Tempeldiener.
(In unsere Zeit übertragen:
Vom unbarmherzigen Pastor und vom unbarmherzigen Küster)

Wort vom Sonntag – Ich sehe was, was du nicht siehst (3)

Der Mensch ist Weltmeister darin,
seine Vorstellung von der Realität für die Realität zu halten.
Und der religiöse Mensch ist Weltmeister darin,
seine Vorstellung von Gott für Gott zu halten.

Die Soziologen nennen das Bastelreligion.

Alexander Grau schreibt in der FAZ vom 31.07.2013 unter dem Titel
„Grenzauflösend und ganzheitlich
Die Bastelreligionen als Forschungsgegenstand der Soziologie“
über einen Beitrag von Annette Wilke in der Zeitschrift für Religionswissenschaft:

Insbesondere unter den in den traditionellen Kirchen Aktiven gibt es eine hohe Affinität zu allen Formen von Spiritualität und Esoterik, zu Alternativmedizin, Yoga oder Ayurveda – auch wenn deren Lehren den Glaubengrundsätzen der jeweiligen Konfession widersprechen. Sowohl unter Konfessionsangehörigen wie unter Religionslosen sind pantheistische und „ganzheitliche“ Weltbilder verbreitet. Dies gilt auch für den Glauben an Telepathie oder an Wiedergeburt.

Die Daten unterstreichen, was seit den sechziger Jahren kaum zu übersehen ist: Der Markt der Religionen und Sinnstiftungen ist in Bewegung, theologische Lehrmeinungen spielen kaum eine Rolle, das autonome Subjekt bedient sich aus den unterschiedlichsten Traditionen und bastelt sich ein individuelles religiöses Weltbild.

Wort vom Sonntag – Ich sehe was, was du nicht siehst (2)

Als Wunderarzt war Jesus, was uns nicht wundert, beliebt.
Aber die Israelis warteten auf den „Messias“ (griechisch: Christus).
Jesus war der erwartete Messias,
aber die Menschen erkannten ihn nicht,
weil sie eine andere Vorstellung von ihm hatten,
obwohl sie jeden Sabbat die Synagoge besuchten.
Im Anschluss an diese Heilung fragte Jesus seine Schüler:
„Für wen halten mich die Menschen?“

Jesus wies darauf hin,
dass der Prophet Jesaja  das vorhergesehen und vorausgesagt  hatte:
„Ihr werdet zwar sehen, aber nicht erkennen.
Denn das Herz dieses Volkes ist abgestumpft …
und sie haben ihre Augen geschlossen,
damit sie nicht mit den Augen sehen … und mit dem Herzen verstehen
und umkehren und ich sie heilen könnte.“
Jesus bezeichnete die religiösen Führer seiner Zeit als blinde Blindenführer.

Niemand ist so blind wie der, der nicht sehen will.