Saison-Ende – der nächste Winter kommt bestimmt

Am nächsten Sonntag wird es wohl – anders als ursprünglich vorgesehen –
keinen Gottesdienst mehr geben,
da für viele Camper die Saison Ende Oktober endet.
Wenn noch ein paar Kinder da sind,
soll es nächste Woche noch Gute-Nacht-Geschichten geben.

Und dann kommt der Saison-Abschluss-Putz im Kirchenzelt, außen und innen,
einschließlich der Ausrüstung für die Lagerfeuer-Abende.
Und dann müssen Zelt und Ausstattung winterfest gemacht werden.
Bernd hat diese Arbeiten der Firma Knobloch übertragen,
die sich seit Jahren bestens bewährt hat.

Wir danken ihm und seinem Team
für ihren unermüdlichen Einsatz und die hohe Qualität und immer wieder Neues
und freuen uns auf die neue Saison,
deren Vorbereitung für Bernd auch wieder mit reichlich Arbeit verbunden ist.
Zur Erinnerung an eine von Bernds Predigten:
Der Mensch lebt nicht nur von der Nahrung für den Körper,
er braucht für’s Leben und Überleben auch das Wort Gottes als Nahrung.

Bis zum Weihnachtsmusical am heiligen Abend
in der Wietzendorfer Kirche!

Das Wort vom Sonntag am Erntedankfest

Paulus ruft die christliche Gemeinde im griechischen Korinth
zu Spenden für die notleidenden Christen in Jerusalem auf.
(2. Brief an die Korinther,  Kapitel 8 und 9)

Denkt daran:
Wer wenig sät, wird wenig ernten;
wer reichlich sät, wird reichlich ernten.
Jeder gebe, wie er es sich in seinem Herzen vorgenommen hat,
nicht verdrossen und nicht unter Druck;
denn Gott liebt den, der gerne abgibt.

Bernd unterstrich das am Ende seiner Predigt mit einer Geschichte,
die ich frei wiedergebe und ein wenig weiterspinne.

Ein reicher Mann sorgte vor.
Er ließ sich einen Beutel mit Goldstücken in den Sarg legen.
Denn er sagte sich: Mit Euro oder Dollar kommst du im Himmel nicht an.
Bei der Ankunft war er nach der langen Reise hungrig.
Schon sah er ein Delikatessen-Geschäft.
Er war vorzügliches Essen gewohnt.
Aber das Angebot übertraf seine Erwartungen bei weitem.
Eine riesige Auswahl, beste Qualität
– und das Beste: Der Preis. Jede Ware kostete nur einen Cent.
Er rechnete aus, dass sein Goldvorrat eine halbe Ewigkeit reichen würde.
Während ihm das Wasser im Mund zusammenlief,
stellte er sich ein köstliches Mahl zusammen.
Dann ging er an die Kasse und reichte dem Engel ein Goldstück.
„O, sind Sie neu hier? Hier wird nur bargeldlos bezahlt.
Wir sind hier schon immer da, wohin Ihr klugen Erdenbürger kommen wollt.“
„Ich wusste gar nicht, dass man im Himmel ein Konto eröffnen kann.“
„Da hätten Sie mal bei der Vatikan-Bank nachfragen sollen. Aber Scherz beiseite.
Das ist nicht draghisch.
Alles was Sie auf der Erde notleidenden Menschen gegeben haben,
wurde hier automatisch für Sie gebucht.
Und die himmlische Zentralbank zahlt im Gegensatz zur Europäischen gute Zinsen,
so dass die Versorgung für die Zukunft gesichert ist.
Ich buche den Betrag von Ihrem Konto ab.
Doch was ist das denn? Die Warnleuchte blinkt! Ihr Konto ist leer!“
„Soll ich hier verhungern?“ schreit der Mann.
„Keine Angst“, beruhigt ihn der Engel, „es ist hier nicht wie auf der Erde.
Wir lassen niemand verhungern.
Sie sind nur in der falschen Etage gelandet.
Sie müssen in die Etage für Egozentriker.
Dort haben Sie das Vergnügen, unter Ihresgleichen zu sein.
Sie werden auch den einen oder anderen Bekannten dort treffen.
Und auch Leute, die Sie vielleicht nicht erwartet hätten.
Ob Sie es glauben oder nicht:
Nicht wenige, die immer gerufen haben,
dass der Staat für soziale Gerechtigkeit sorgen müsse,
kommen hier auch mit einem leeren Konto an.“

Damit kein Missverständnis aufkommt, dass man sich den Himmel verdienen könne, schreibt Paulus:
Ich gebe euch Gelegenheit, … eure Liebe zu erweisen.
Denn ihr wisst,
was Jesus Christus, unser Herr, in seiner Liebe getan hat:
Er, der reich war,
wurde euretwegen arm,
um euch durch seine Armut reich zu machen.

Das Wort vom Sonntag (vom letzten Gottesdienst der Sommersaison)

Warum schweigt Gott?

1 Die grundfalsche Fragestellung – Gott auf der Anklagebank?

Pfarrer Wilhelm Busch beschreibt in seinem Buch Jesus – unser Schicksal
eine tolle Szene,
als er noch ganz junger Pfarrer in Essen war und ein großer Bergarbeiterstreik ausbrach, der damals die Gemüter sehr erregte.
Er schreibt:

Eines Tages komme ich an einem freien Platz vorbei.
Da steht ein Mann auf der Seifenkiste
und redet gewaltig auf die um ihn stehenden Leute ein.
Er spricht von hungrigen Kindern, Ausbeuterlöhnen und Arbeitslosigkeit
Auf einmal sieht er mich, erkennt mich und brüllt los:
»Ha, da ist ja der Pfaffe! Komm mal her!«

Nun, einer freundlichen Einladung folge ich meistens. …

Und dann legt der los:
»Hör mal, Pfaffe!
Wenn’s einen Gott gibt, was ich nicht weiß, aber es kann ja einen geben,
dann will ich, wenn ich gestorben bin, vor ihn treten und zu ihm sagen:
»Warum hast du zugelassen,
dass Menschen auf den Schlachtfeldern dieser Welt zerfetzt wurden?!
Warum hast du zugelassen,
dass Kinder verhungert sind und andere das Essen wegschütten, weil sie zuviel hatten?!
Warum hast du zugelassen,
dass Menschen an Krebs elend dahingesiecht sind?!
Warum? Warum? 
Und dann will ich zu ihm sagen:
Du, Gott, tritt ab! Weg mit dir! Hau ab!«
So schrie der Mann.

Pfarrer Busch schreibt weiter:
Da habe ich auch geschrieen:
»Ganz richtig! Weg mit diesem Gott! Weg mit diesem Gott!«

Auf einmal ist es ganz still.

Der Redner macht ein erstauntes Gesicht und sagt:
»Moment mal! Sie sind doch Pfarrer!
Da dürfen Sie doch nicht schreien: >Weg mit diesem Gott!<«

Darauf habe ich geantwortet:
»Hör mal gut zu!
Den Gott,
vor den du so trittst
,
vor dem du dein Maul aufreißen kannst,
der sich so zur  Rechenschaft ziehen lässt,
dass du als Richter vor ihm stehst und er dein Angeklagter ist
den gibt es nur in deiner Einbildung.
Zu dem kann ich auch nur sagen
:
>Hinweg mit diesem Gott!<
Hinweg mit diesem albernen Gott,
den unsere Zeit sich selbst gemacht hat,
den wir anklagen, beiseite schieben oder zurückholen können
– je nach Bedarf!
Den Gott gibt es nicht!
Aber ich will dir was sagen:
Es gibt einen anderen wirklichen Gott.
Vor den wirst du als Angeklagter treten,
und da wirst du den Mund gar nicht aufmachen können,
denn er wird dich fragen:
>Warum hast du mich nicht geehrt?
Warum hast du mich nicht angerufen?
Warum hast du gelogen?
Warum hast du gehasst?
Warum hast du gestritten?
Warum hast du.. .?<
So wird er dich fragen.
Dann wird dir das Wort in der Kehle stecken bleiben!

Es gibt keinen Gott, zu dem wir sagen könnten: >Hinweg mit dir!<
Aber es gibt einen heiligen, lebendigen, wirklichen Gott,
der zu uns einmal sagen könnte: >Hinweg mit dir!<«

Soweit Pfarrer Busch.

2 Das Schweigen Gottes ist sein Gericht

3 Die weite Entfernung verhindert das Hören

4 Wir müssen Gottes letztes Wort hören!

5 Das Schweigen Gottes kann zum Ruf werden