Die Feier zum Abschied von Bernd

Heute haben wir nach 24 Jahren
bei Bilderbuchwetter
mit einer schönen Feier in der vollen Arena
Bernd von Kirche unterwegs im Südsee Camp verabschiedet.
Die Feier begann mit einem typischen Gottesdienst für die ganze Familie,
verstärkt durch weitere Live-Musiker.
Die Lutscher-Predigt hielt Superintendent Schütte vom Kirchenkreis Soltau,
Bernds Arbeitgeber.
Nach einer kleinen Sektpause
folgten die Gruß- und Dankworte, gemischt mit Komik und Parodien.
Und dann waren alle zum Mittagessen eingeladen.
Zum Schluss sang Bernd ein Abschiedslied.
Bernds Nachfolgerin hat sich auch kurz vorgestellt.

Ich habe als Vorsitzender für den Förderverein gesprochen.
(Meine Zeit als Vorsitzender geht im Herbst zu Ende.)
Was ich gesagt habe:
Liebe Gäste,
der Förderverein ist einfach dadurch, dass es ihn gibt, Anerkennung von Bernds Arbeit.
Wenn nicht viele Gäste Bernds Arbeit gut gefunden hätten, gäbe es keinen Förderverein.

Viele Gäste haben auf diesem attraktiven Platz Urlaub gemacht,
kurz oder lang, jung und alt,
und im Urlaub Kirche unterwegs genossen.
Wo und wann kann man sonst sagen, dass Kirche genossen wird?

Irgendwann merkt jeder Mensch (früher oder später),
dass Beziehungsqualität das Wichtigste für ein glückliches Leben ist.
Das gilt auch für die Beziehung zu Gott.

Ich danke im Namen der Gäste von Kirche unterwegs allen,
die Bernds Arbeit ermöglicht haben:

An 1. Stelle Gott
Jesus hat viele Gleichnisse erzählt und Bernd hat sie anschaulich nacherzählt.
Von Zeit zu Zeit auch das Gleichnis von den Talenten,
die Gott den Menschen gibt und welche Erwartung er damit verbindet.
Bernd hat seine Talente optimal genutzt.

Nach Gott danke ich Gottfried Thiele und seinen Kindern und Enkeln.
Das Südsee Camp hat Kirche unterwegs
nicht etwa nur zugelassen, sondern gewollt und vielfach unterstützt.
Gottfried Thiele hat sich, engagiert und energisch, wie er war,
beim Bischof dafür eingesetzt.
Und seine Kinder und Enkelkinder haben dieses Engagement fortgesetzt.

3. danke ich dem Kirchenkreis Soltau.
Er hat einen Diakon für Kirche unterwegs bezahlt.
Das ist in dieser Landeskirche einmalig.
Es wäre für die Kirche gut, wenn das nicht einmalig bliebe.
Ich danke besonders Herrn Schütte und seinem Vorgänger als Superintendent
und Herrn Greiner.

4. danke ich Bernds Familie.
Kirche unterwegs war, wie auch das Südsee Camp, ein Familienbetrieb.
Familienbetriebe sind das Rückgrat der deutschen Wirtschaft.

Sie waren auch einmal das Rückgrat der Kirche.
Vielleicht kann der Kirche der Ansatz weiterhelfen,
dass Ehepaare
sich eine Pastoren-Stelle teilen und wieder am selben Strang ziehen.

Nach meiner Vorstellung müssten nicht beide Partner Theologen sein.
Es gibt Ausbildungen, in denen man mehr
über den Alltag und Zugang zu Menschen und insbesondere Kindern lernt
als in der Theologie.

Das Südsee Camp ist ein 5-Sterne-Platz.
Bekanntlich ist es im Wettbewerb noch schwieriger,
diesen Status zu halten als ihn zu erringen.

Das wird auch weiterhin für Kirche unterwegs im Südsee Camp gelten.
Bernd war die Garantie für 5-Sterne-Kirche unterwegs.
Er hat die Gäste gut unterhalten,
ohne Abstriche vom Alleinstellungsmerkmal der Kirche zu machen.
Damit hat er erfolgreich Arbeit gegen den Trend gemacht
– für Christen aller Konfessionen genauso wie für Kirchendistanzierte.

Gezaubert hat Bernd auch, aber für den Erfolg hat er hart gearbeitet.
Wenn es in der Kirche erfolgsabhängige Boni gäbe,
wäre Bernd ein Spitzenverdiener gewesen.

Denn man kann Bernds Leistung
nur auf dem Hintergrund der Entwicklung in der Landeskirche ermessen:
Im letzten Sommer wurde der Jahresbericht 2016 publiziert.
Danach hat in einem Zeitraum von 10 Jahren
die Zahl der Gottesdienst-Besucher
um 33% abgenommen,
die der Kindergottesdienst-Besucher um 58 %!!!
Auf der letzten Synode bezeichnete der Bischof
das Ergebnis einer Kirchenmitglieder-Befragung als erschütternd:
Nur 4% hatten eine Antwort auf die Frage „Was erwarten Sie von der Kirche?“.
Die Gäste von Kirche unterwegs waren sich hier einig:

„Wenn Kirche bei uns zu Hause so wäre wie hier, wären wir dabei“.
Die Lektüre der Gästebücher lohnt sich.
Ein Gast schrieb: „Wenn Gott existiert, dann im Kirchenzelt.“

Wenn die Konzepte der Kirche zur Trendumkehr nicht erfolgreich sein sollten,
empfehle ich einen Beratervertrag mit Bernd.
Best practice heißt das in der Wirtschaft – lernen von Erfolgsmodellen.

Ich danke Ihnen für’s Zuhören und wünsche
der christlichen Kirche und dem Südsee Camp viel Erfolg
und Bernd und Uschi

Gesundheit und – ganz im Sinne von Gottfried Thiele –
angemessene Herausforderungen für den nächsten Lebensabschnitt.