Wort vom Sonntag – Glück

Der Witz zum Auftakt der Predigt:
Klein Fritzchen stößt aus Versehen eine Vase um.
Die Vase zerbricht.
Große Aufregung.
„Fritzchen, die Vase war 300 Jahre alt!!!“
„Ein Glück, dass die Vase nicht neu war!“ meint Fritzchen.

Glück – die Sehnsucht der Menschen.
Glück – ein großes Thema.
Die Ratgeber-Literatur quillt aus den Regalen der Buchhandlungen und dem Internet.
Manche sind nicht ganz uneigennützig.
Es gibt 1001 Patentrezepte.

Die Sozialisten garantieren uns das Paradies auf Erden.
Allerdings erst nach einer längeren Übergangszeit.
Bis dahin müssen sie uns zu unserem Glück zwingen.
Das überlebt nicht jeder.

Die Unabhängigkeitserklärung der USA von 1776 ist realistisch:
„Folgende Wahrheiten halten wir für selbstverständlich:
Dass alle Menschen … von ihrem Schöpfer
mit gewissen unveräußerlichen Rechten ausgestattet sind;
dass dazu Leben, Freiheit und das Streben nach Glück gehören;“

Doch darum ging es in Gottesdienst und Predigt nicht,
sondern um die „Jahreslosung“ und ihren Kontext.
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http://www.godnews.de/jahreslosung-2014/

Auch in der Bibel ist Glück selbstverständlich ein großes Thema.
Psalm 1 beginnt mit dem Glück des Menschen.

Wir haben gemeinsam den Kontext in Psalm 73 gelesen.
Wie immer – die Bibel redet nicht um den heißen Brei herum,
sie beschönigt nicht, sondern spricht die Probleme an.
Für den Verfasser des Psalms ist es ein großes Problem:
Er ist Gott treu, und es geht ihm nicht gut.
Aber vielen, die Gott ignorieren, geht es gut,
sie sind arrogant, haben die Macht.
Es war nicht selten in der Geschichte Israels und der Kirchengeschichte so,
dass diejenigen, die Gott die Treue hielten, eine bedrängte Minderheit waren.
Den Verfasser des Psalms plagt die Eifersucht.
Er braucht eine Weile, bis er die Perspektive wechseln kann:
Was ist besser?
Vergängliches Glück und eine gestörte Beziehung zu Gott
oder
eine liebevolle Beziehung zu Gott und schließlich dauerhaftes Glück.

Wort vom Sonntag – Auferstehung

„Ich glaube an
die … Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.“
So heißt es im Glaubensbekenntnis der Christen,
das im Gottesdienst gesprochen wird und
das Grundlage für Taufe, Firmung, Konfirmation und kirchliche Trauung ist.

Bernd zitierte eine Umfrage,
nach der das inzwischen nur noch ein Drittel der Deutschen glaubt.

Das erinnerte mich wieder an das,
was Dr. Manfred Lütz in DER ZEIT schrieb:
Unmerklich ist die Lebenszeit der Menschen drastisch zusammengeschmolzen. Während der mittelalterliche Mensch
seine diesseitige Lebenszeit plus ewiges Leben vor sich hatte,
ist der Glaube an ein Jenseits
den westlichen Gesellschaften zunehmend abhandengekommen.
Das Ergebnis ist:
Dem heutigen Menschen bleibt nur noch unendlich weniger Lebenszeit übrig
– sein begrenztes Leben auf dieser Welt.“
Manfred Lütz ist Psychotherapeut, Arzt, Theologe, Kenner der Philosophie und Autor (u.a.“Gott – eine kleine Geschichte des Größten).

Zur Zeit von Paulus lebten noch Hunderte von Zeugen,
die Jesus nach der Auferstehung persönlich erlebt hatten.
Er schreibt:
Wenn Christus nicht auferstanden ist,
ist folglich auch unsere Botschaft inhaltslos und auch euer Glaube inhaltslos.
Dann wären wir falsche Zeugen …
Wenn wir nur für dieses Leben unsere Erwartung auf Christus gesetzt haben,
sind wir die erbärmlichsten aller Menschen. …
Wenn Tote nicht auferstehen,
lasst uns essen und trinken!  Denn morgen sterben wir.

Warum glauben die meisten Deutschen heute lieber,
dass es keinen Schöpfer gibt, sondern dass alles von selbst entstanden ist,
obwohl das unglaublich ist und allen menschlichen Erfahrungen widerspricht?
Dazu fällt mir dann wieder ein Ausspruch von Albert Einstein ein.

Das Wort vom Palmsonntag

Die Geschichte vom Palmsonntag zum Nachlesen:
Lukas-Evangelium 19, 28 – 48

Die Menschen strömen aus dem ganzen Land zum Passahfest nach Jerusalem.

Wer schon einmal dabei war im Zeltgottesdienst am Palmsonntag,
kennt das Lied:
Ho-hosianna, ho-hosianna.
Jesus zieht in Jerusalem ein: Hosianna.
Ho-hosianna, ho-hosianna. …
Seht, der Messias kommt geritten.
Man hört die Menschen jubelnd schrein.
Bald werden sie das „Kreuzige“ brüllen
und werden es zu spät bereun. …

Bernd stellte an Gemälden großer Künstler unterschiedliche Jesus-Bilder vor,
die in verschiedenen Epochen vorherrschten.

Wie einseitige Bilder oder Wunschbilder, die wir uns von Menschen machen,
unsere zwischenmenschlichen Beziehungen behindern,
so behindern einseitige Bilder oder Wunschbilder von Jesus, von Gott,
unsere Beziehung zu Jesus, zu Gott.

Die Menschen in Israel warteten seit Menschengedenken auf den Messias
– und als er kam, entsprach er nicht ihren Vorstellungen.
Den religiösen Führern warf Jesus massiv vor,
dass sie falsche Vorstellungen vom Messias, von Gott verbreiteten.

Im Mittelpunkt der Predigt stand ein Detail aus der Geschichte vom Palmsonntag,
an das wir gewöhnlich nicht denken:

Jesus weint über Jerusalem.
Er durchschaut, dass die Begeisterung der Leute nur ein Strohfeuer ist.
Er sieht das „Kreuzige“ voraus.
Er sieht die Zerstörung im Jahre 70 voraus.
„Kein Stein wird auf dem anderen bleiben.“
Aber vor allem weiß er:
Die Menschen wollen nicht wahrhaben,
dass es um ihre Beziehung zu Gott, um ihre Existenz geht.

Ein weiteres Lied aus dem Gottesdienst:
Die deutsche Fassung des Spirituals
Go, tell it on the mountain
Komm, sag es allen weiter

Herr, Deinen Ruf verachten,
das wäre unser Tod,
drum hilf, dass wir beachten
Dein großes Angebot.